Erektionsstörung (Erektile Dysfunktion), Impotenz

Beschreibung / Definition:

Jeder 5. Mann kann davon betroffen sein und zwischen dem 40. und 70. Lebensjahr erleben mehr als die Hälfte aller Männer ein eingeschränktes Standvermögen. Nicht jeder mag sich dann mit der Diagnose „Impotenz“ (medizinisch „Erektile Dysfunktion“) auseinandersetzen, obwohl die Möglichkeiten der Diagnostik und Behandlung in den letzten Jahren stark verbessert wurden.

Jeder Mann hat im Laufe seines Lebens eine oder mehrere Episoden des Versagens oder einer Versagensangst durchgemacht, von dem Symptom einer Erkrankung spricht man aber erst, wenn für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr dauerhaft (>6 Monate) keine ausreichende Erektion erzielt und aufrechterhalten werden kann. Wenn auch die Medien anderes berichten: im Alter geht die Potenz zurück, bleibt aber durchaus erhalten.

Die Erektion (Gliedsteife) ist ein Zusammenspiel, bei dem Phantasien, erotische Reize und Berührungen zu einer Nervenstimulation, Muskelerweiterung der Schwellkörper, Durchblutungssteigerung und zu einer venösen Abflusssperre führen. Ist das Wechselspiel zwischen Blutzufluss, Weitstellung der Schwellkörper und Blutabfluss gestört, ist eine unerwünschte Schlaffheit die Folge. Wenn verschiedene Organfunktionen in feiner zeitlicher Abstimmung zusammenspielen müssen, dann bleiben Störungen nicht aus.

Entstehung, Pathogenese, Risiken:

Eine Vielzahl möglicher Einflüsse kann zu einer Erektionsstörung führen. Das sind organische Faktoren wie Gefäßveränderungen, Nervenschädigungen, Erkrankungen der Geschlechtsorgane oder hormonelle Störungen, aber auch Medikamente wie Blutdrucksenker und Psychopharmaka, auch Alkohol und Nikotin, wirken sich nachteilig auf die Erektion aus.

Symptome:

Für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr kann dauerhaft (>6 Monate) keine ausreichende Erektion erzielt und aufrechterhalten werden.

Diagnostik:

Nur bei ca. 5% der Patienten lassen sich Defizite in der Hormonbildung bzw. –wirkung nachweisen. 25% haben psychogene (seelische) oder nervliche Ursachen und alle übrigen haben einen Schaden am Gefäßsystem. Im ärztlichen Gespräch wird dann geklärt, wie sich die Störung äußert: fehlt die Härte (Rigidität) oder wird bereits die Größenzunahme (Tumeszenz) nicht erreicht? Oder ist die Rigidität nur von kurzer Dauer? Andere Erkrankungen und Operationen spielen bei der Befragung eine wichtige Rolle.

Eine allgemeine körperliche Untersuchung gehört dazu, wenn die Ursache der Potenzstörung gefunden werden soll. Spezielle Maßnahmen weisen den Bluteinstrom und Blutabstrom in den Penis und die Ausdehnungsfähigkeit der Schwellkörper nach. Mit einer feinen Nadel („Mückenstichnadel“) wird im Bereich der Peniswurzel ein Medikament in den Schwellkörper injiziert. Danach lässt sich der Blutfluss beurteilen und durch eine Dopplersonographie schmerzlos messen.

Behandlungsmöglichkeiten:

Je nach Ursache gibt es ein breites Behandlungsspektrum, das von Medikamenten bis hin zur Operation reicht. Ein großer Teil der Männer kommt mit einer vorübergehenden oder andauernden „Stützhilfe“ in Form von Tabletten aus. Andere lernen eine Selbstinjektion und wieder andere benutzen gern die Vakuumpumpe. Je nach Ursache und nach individueller Einschätzung des Betroffenen lassen sich hohe Raten von Zufriedenheit – auch bei den Partnern – erreichen.

Voraussetzung für eine solche Therapie ist die Überwindung der „Eintrittsschwelle“. Der betroffene Mann muss bereit sein, über sein Problem zu sprechen und im Detail das Beschwerdebild zu beschreiben. Diskretion ist im medizinischen Umfeld selbstverständlich.

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