Überaktivität der Harnblase und Drangharninkontinenz

Ein vermehrter Harndrang mit zum Teil deutlicher Zunahme der Blasenentleerungen über den Tagesverlauf wird als Harnblasenüberaktivität bezeichnet. Die am stärksten belastende Form ist die Drangharninkontinenz. Hier ist der Harndrang nicht mehr zu unterdrücken und es kommt zum ungewollten Urinverlust. Diese Form der Harninkontinenz ist geprägt durch eine über das normale Maß hinaus gesteigerten Empfindlichkeit der Harnblase oder eine nicht kontrollierbare Aktivität des Blasenmuskels. Im Gegensatz zur Belastungs- oder Stressharninkontinenz liegt hier oftmals keine Schwäche des Schließmuskels vor.

Die Ursachen sind vielfältig. Neben Veränderungen in der Harnblase – wie z.B. Entzündungen, Tumoren, Steine und Folgen von Strahlen- oder Chemotherapie – liegen oft Erkrankungen benachbarter Organe wie der Gebärmutter oder der Prostata oder Veränderungen im Nervensystem (Parkinson- und Alzheimererkrankung, multiple Sklerose) zugrunde.

Vor einer Entscheidung über die Behandlung der Dranginkontinenz muss daher gezielt die Ursache gefunden werden. In der Therapie kommen neben Medikamenten zur Beruhigung der Harnblase oft solche Substanzen zum Einsatz, die direkten Einfluss auf Prostata- oder Nervenerkrankungen haben. Daneben werden aber auch operative Verfahren angewendet.

Für die Harnblasenüberaktivität gibt es klar definierte wissenschaftlich basierte  Empfehlungen, die verschiedene Stufen an Untersuchungs- und Behandlungsverfahren beinhalten. Haben sich Medikamente als unzureichend erwiesen, verbleiben operative Möglichkeiten. Das Injizieren von Botulinumtoxin A (Botox) in den Blasenmuskel ist ein ambulant und in lokaler Anästhesie durchführbares Verfahren mit großer Wirksamkeit. Die Besserung tritt im Verlauf von 10 Tagen ein hält zwischen 6 und 15 Monaten an. Bei nachlassender Wirkung kann die Behandlung wiederholt werden. Ein weiteres und sehr häufig langfristig wirksames Operationsverfahren ist die Implantation es Blasenschrittmachers (Sakrale Neuromodulation). Hierbei wir über eine kleine Elektrode, die gezielt an einem Nerven platziert wird, der für die Harnblase und den Beckenboden zuständig ist, die Signalübertragung von der Blase zum Gehirn verändert. Dadurch kommt es in ca.75-80% der Fälle zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden. Moderne Schrittmacher beeinträchtigen nicht Untersuchungen wie ein MRT. Daneben gibt es weitere Formen der Elektrostimulation, die keiner Operation bedürfen.

Die Dranginkontinenz ist sehr belastendes Krankheitsbild mit Auswirkung in alle Bereiche des Alltags. Die gezielte Diagnostik erlaubt eine wirksame und oft sehr gut verträgliche Behandlung, die einen hohen Gewinn an Lebensqualität mit sich bringt. Wenden Sie sich mit Fragen dazu eine Urologin bzw. Urologen oder spezialisierte Frauenärztinnen und Frauenärzte.

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