Stuhlinkontinenz

Stuhlinkontinenz ist definiert als der unkontrollierte Verlust von Darminhalt und kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein – nach wie vor stellt die Inkontinenz dabei in unserer Gesellschaft ein Tabu-Thema dar. Die Schwere reicht von lediglich geringer Verschmutzung der Unterwäsche bis hin zum unfreiwilligen Abgang von „Winden“ mit flüssigem, breiigem oder auch festen Stuhl.

Stuhlinkontinenz tritt weit häufiger auf, als man allgemein annehmen möchte, grundsätzlich betrifft sie Menschen in höherem Alter wesentlich häufiger als Berufstätige. Insgesamt ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Frauen sind fast zehnmal häufiger als Männer betroffen.

Die Kontinenz wird durch ein komplexes Zusammenspiel des Mastdarms als Reservoir, des Schließmuskelapparates und des muskulären Beckenbodens gewährleistet

Mögliche Ursachen einer Stuhlinkontinenz sind eine Schließmuskelschwäche, eine zunehmende Fehlfunktion der Beckenorgane und des Beckenbodens im Alter sowie eine Verletzung des Schließmuskelapparates. Daneben kann auch die Veränderung Stuhlkonsistenz, wie sie beispielsweise bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten auftreten kann, eine entscheidende Rolle spielen.

Die Behandlungsmöglichkeiten werden grundsätzliche in konservative, d.h. nicht-operative Therapie und die operative Therapie unterteilt:

In durchaus vielen Fällen kann schon durch eine Änderung der Essgewohnheiten eine Stuhlinkontinenz zumindest gebessert werden. Eine Beckenbodengymnastik unter physiotherapeutischer Anleitung kann ebenfalls durch Stärkung der Muskulatur im Beckenbereich zu einer Linderung der Inkontinenz beitragen. Weitere konservative Möglichkeiten zu Verbesserung der Kontinenzleistung stellen das sogenannte Biofeedback-Training und die Elektrostimulation des Schließmuskels dar.

Verschiedene chirurgische Verfahren kommen zum Einsatz um den Schliessmuskel zu rekonstruieren (Gracilis-Plastik, Implantate etc.), sie kommen aufgrund der vorliegenden Erfahrungen hinsichtlich Invasivität und Komplikationen jedoch nur für einen kleinen Teil der Betroffenen in Frage. Unter gewissen Voraussetzungen kann mit der sog. Sakralnervenstimulation durch das chirurgische Einsetzen eines Schließmuskel-Schrittmachers die Wiederherstellung der Kontinenz erzielt werden.

In Fällen eines Mastdarmvorfalles, der ebenfalls mit einer Stuhlinkontinenz einhergeht, kann dieser durch eine minimal-invasive („Schlüsselloch“- Methode) Mastdarmteilentfernung mit Fixierung des Darmes behoben werden. Auch das Anlegen eines sogenannten Stomas (künstlicher Darmausgang) kann bei schwerer Inkontinenz eine Verbesserung der Situation darstellen.

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